Neuigkeiten: Gemeinde Nußloch

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Pfingstgruß Pfarrer 2020

Autor: Oguz Öztürk
Artikel vom 29.05.2020

Der Heilige Geist – Gottes vitales Inter-esse

Ein Notar sitzt noch bis spät in der Nacht über seinen Akten, weil er sich auf eine Reihe von Testamentseröffnungen vorbereiten muss. Er ist schon reichlich müde und kämpft gegen den Schlaf. Es ist immer die alte Leier: „Für den Fall meines Todes bestimme ich… ich vermache mein Haus zu gleichen Teilen…“ So oder so ähnlich werden die Testamente üblicherweise aufgesetzt. Nur ihn persönlich betrifft das nicht. Er hat nur den letzten Willen anderer zu vollziehen.

Aber plötzlich ist alle Langeweile verflogen. Er wagt kaum zu glauben, was er da liest: „Herrn Notar N.N. aus Dank für seine hilfreiche Beratung den Betrag von Euro….“ Da hat einer tatsächlich seinen Namen eingesetzt. Was da vor ihm liegt, ist kein Testament wie jedes andere, sondern meint ihn persönlich, es interessiert ihn vital, denn hier geht es um sein Geld. Er muss den Fall juristisch nun an den Kollegen abgeben, aber dieses Papier geht ihn plötzlich an.

Interessieren kommt vom lateinischen inter esse, dabei oder dazwischen sein. Und dies meint die Bibel, wenn sie vom Heiligen Geist redet. Der Heilige Geist bewirkt, dass ein Mensch, der vielleicht gelangweilt in den beiden Testamenten blättert und kaum etwas mit diesen Geschichten anfangen kann, plötzlich ganz hellwach merkt: Hier geht es um mich, mein Leben, meine Beziehung zu Gott!

Der Heilige Geist hat ein Interesse, er will den Menschen mit dem lebendigen Gott verbinden. Er soll die Botschaft Gottes verstehen. Der Heilige Geist öffnet uns die Augen über uns selbst und zeigt uns, wer Jesus ist: Nicht nur ein beeindruckender Religionsstifter, sondern Gottes Sohn, in dem wir die Liebe Gottes vor Augen haben.

Die Apostelgeschichte beschreibt dieses Kommen des Geistes damals:

Auf dem Platz vor dem Tempel war viel los. Heute war das Pfingstfest, und da waren viele Juden zu Besuch in Jerusalem. Fünfzig Tage nach dem Passafest feierten sie ihr Erntedankfest. Viele wollten Gott ein Opfer bringen oder wenigstens bei einem Gottesdienst dabei sein. Alle wollten auf den Tempelberg gehen, denn der Tempel war der Mittelpunkt für alle Juden, auch für die, die nicht im Land Israel wohnten. In einer der Hallen versammelten sich alle, die mit Jesus befreundet gewesen waren. Sie beteten und sprachen miteinander. Auf einmal war in der Luft ein ganz seltsames Brausen wie von einem kräftigen Wind. Es wurde immer lauter und erfüllte die ganze Halle. Plötzlich erschienen viele kleine Flammen, die sich herabsenkten und auf dem Kopf jedes Einzelnen zu sehen waren. Aber es brannte kein wirkliches Feuer, es war nur ein Zeichen für den Heiligen Geist.

Das Besondere an diesem Geschehen war aber nicht das, was man sehen konnte, sondern was in den Herzen der Menschen geschah. Sie wurden auf einmal alle so froh und lobten Gott mit lauter Stimme. Auf einmal war ihnen klar, wie reich Gott sie beschenkt hatte, wie viel Gutes Jesus gesagt und getan hatte, und dass er bei ihnen war, auch wenn sie ihn nicht sehen konnten. Ganz begeistert dankten sie Gott dafür.

Natürlich ging es ziemlich laut und fröhlich zu. Erst nach einer Weile merkten sie, dass sie Gott ja nicht nur in ihrer eigenen Sprache lobten, sondern in ganz anderen Sprachen, die sie gar nicht gelernt hatte. Das war eine besondere Fähigkeit, die ihnen Gott mit dem heiligen Geist gegeben hatte.

Als sie das entdeckten, wurden sie noch fröhlicher, und sie lobten den Vater im Himmel, und überhaupt – es war ein einziges Jubeln und Beten und Singen.

Das laute Brausen hatte viele Menschen angelockt, die gerade auf dem Platz waren. Neugierig kamen sie näher. Nun standen sie zu Tausenden herum und beobachteten staunend, was da mit diesen Leuten in der Halle passierte. Weil die Seite zum Hof hin offen war, konnten sie alles sehen. Dort stand Petrus und predigte von Jesus.

Die Zuhörer merkten: Durch diesen Mann sprach Gott selbst zu ihnen. Sie waren überzeugt, dass das alles stimmte, erschraken und waren tief betroffen.

„Was sollen wir jetzt tun?“, fragten sie Petrus.

„Ändert euer Leben, und lasst euch taufen, zum Zeichen, dass ihr mit Gottes Hilfe neu anfangen wollt“, antwortete er, dann werdet auch ihr den Heiligen Geist geschenkt bekommen.

Denn was die Propheten gesagt haben, gilt auch für euch.“

Viele Tausende hatten zugehört, als Petrus sprach, und allein an diesem Tag ließen sich etwa dreitausend Menschen taufen. Sie bildeten zusammen mit den zwölf Aposteln und den Menschen, die mit ihnen in Jerusalem auf den heiligen Geist gewartet hatten, die erste Gemeinde. Apostel nannte man jetzt die Jünger, weil sie von Jesus als seine Mitarbeiter in die ganze Welt gesandt wurden.

Zu dieser Gemeinde kamen täglich neue Menschen hinzu. Sie feierten miteinander nicht nur Gottesdienst, sondern aßen auch gemeinsam, feierten das Abendmahl und teilten alles, was sie besaßen.

Wir dürfen uns bei diesem Pfingstfest nicht in großen Gruppen treffen und kein Abendmahl feiern. Aber wir können um die Kraft des Geistes für unser Leben beten:

Komm, Heiliger Geist …
sonst kommen wir nicht weiter
in unserem Denken und Reden.
Komm, Heiliger Geist…
sonst sind wir heillos
und hoffnungslos überfordert.
Komm, Heiliger Geist…
sonst verlieren wir
den Blick für das Wesentliche.
Komm, Heiliger Geist…
damit wir deinen Trost
und deinen Beistand erfahren.
Komm, Heiliger Geist…
damit wir uns freuen an dem,
was du in den Menschen wirkst.  

Gemeindediakonin Ute Dumke, Sandhausen