Aktuelles in Nußloch
Bundesfreiwilligendienst
Erstelldatum17.10.2025
Die Schule zeigt uns oft nur einen relativ einseitigen Teil des Lebens. Natürlich gibt es hin und wieder praktische Elemente – sei es bei einem Versuch im Chemieunterricht oder beim Bau eines Krans im NWT-Unterricht. NWT steht für „Naturwissenschaft und Technik“ und verbindet verschiedene naturwissenschaftliche Fächer mit praktischen Projekten. Trotzdem bleibt der Schulalltag die meiste Zeit theoretisch: Der Kopf arbeitet, während der Körper acht Stunden im Klassenzimmer sitzt.
Im Vergleich dazu ist der Bundesfreiwilligendienst – kurz BFD – etwas ganz anderes. Der BFD ist ein Angebot für junge Menschen und Erwachsene, sich freiwillig in unterschiedlichen Bereichen zu engagieren, etwa im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich. Natürlich unterscheiden sich die Aufgaben je nach Einsatzstelle stark, ich kann daher nur aus meiner eigenen Sicht berichten. Hier wird nicht nur geplant und überlegt, sondern auch angepackt und aktiv gestaltet. Die vorher eher theoretische Arbeit bekommt eine greifbare Form.
Mein Name ist Lars. Ich habe in diesem Sommer mein Abitur abgelegt und leiste seit dem 1. September meinen Bundesfreiwilligendienst im ökologischen Bereich der Stadt Nußloch. Für den BFD habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden. Zum einen ist er, wie bereits erwähnt, ein bewusster Umbruch zum bisherigen Schulleben. Zum anderen bietet er mir die Möglichkeit, neben praktischer Arbeit auch Einblicke in den Umwelt- und Landschaftsschutz zu gewinnen. Außerdem liegt mir der Schutz der Natur sehr am Herzen. Besonders auf lokaler Ebene ist es wichtig, Grünflächen und Lebensräume für Tiere zu erhalten.
Obwohl ich erst seit knapp zwei Wochen dabei bin, durfte ich bereits bei einem besonderen Projekt mitarbeiten: dem Bau einer Eidechsenmauer. Eine Eidechsenmauer ist eine Trockenmauer aus größeren Sandsteinen, die so angelegt wird, dass kleine Tiere wie Eidechsen, Insekten oder auch Kleinsäuger darin Unterschlupf finden. Die Steine werden bewusst so geschichtet, dass kleine Hohlräume entstehen, die den Tieren als Verstecke dienen. Zudem erwärmen sich die Steine durch die Sonnenstrahlen, was den wärmeliebenden Eidechsen besonders zugutekommt.
Berechtigterweise könnte man fragen: Warum sollte man überhaupt Eidechsen und andere Kleintiere schützen? Diese Tiere spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Eidechsen helfen dabei, Insektenbestände natürlich zu regulieren – darunter auch Arten, die als Schädlinge gelten. Viele Insekten übernehmen außerdem wichtige Aufgaben wie die Bestäubung von Pflanzen oder den Abbau organischer Materialien und dienen wiederum als Nahrung für größere Tiere.
Unter normalen Umständen müssten wir Menschen keine Lebensräume für Tiere schaffen. Da jedoch viele natürliche Lebensräume durch uns zerstört wurden, ist es heute notwendig, Ersatzlebensräume zu schaffen und zu erhalten.
Damit die Mauer nicht zu kahl wirkt, haben wir einige Lücken sowie den Bereich davor mit Pflanzen gestaltet. Zwar verdecken diese anfangs manche Öffnungen, doch die Tiere graben sich schnell ihren Weg hindurch, sodass neuer Lebensraum entsteht.
Die ersten zwei Wochen meines BFD sind nun beinahe vorbei, und ich habe schon einiges gelernt. Für ein abschließendes Fazit ist es zwar noch zu früh – aber ich bin sehr gespannt, wie es in den kommenden Monaten weitergeht.