Aktuelles in Nußloch
Besichtigung der Pumpstation sowie des Hochbehälters in der Veranstaltung – Wasser ist Leben –
Erstelldatum21.11.2025
Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Heimatvereins Nußloch e. V. wurde die Nußlocher und Maisbacher Wasserversorgung näher beleuchtet.
Unterstützt wurde diese Veranstaltung durch den zuständigen Wassermeister Herr Hirn und seinen Kollegen Herr Jansen von den Stadtwerken Walldorf.
Ausgangspunkt waren die im Ortskern verteilten öffentlichen Brunnen, die als Wasserversorgung für Menschund Tier dienten. Die Gemeinde Nußloch kann in dieser Hinsicht als fortschrittlich bezeichnet werden. Sie schuf bereits in den Jahren 1892 – 1894 für die knapp 3000 Einwohner eine zentrale Wasserversorgung. Hierzu dienten starke Baumstämme, die ca. 2 bis 3 Meter lang waren und in der Längsrichtung 5 bis 6 cm aufgebohrt wurden. Verbunden wurden diese Baumstämme durch Eisenmanschetten und somit war die Wasserversorgung für den einzelnen Haushalt gesichert. Ein Exemplar dieser Wasserversorgungsleitung mit Manschette kann im Nußlocher Heimatmuseum besichtigt werden.
Um der wachsenden Bevölkerungsentwicklung gerecht zu werden, wurden die in der Ostseite des Ortes bekannten Quellen durch Hochbehälter gesichert und jede Quelle im freien Gefälle einem Hochbehälter zugeführt. Durch die unterschiedliche Höhenlage der Ortsteile – (105–200 m ü. NN) entstanden 3 Druckzonen.
Aus sicherem zeitlichem Abstand fällt uns heute die Erkenntnis leicht, dass in der Frage der Wasserversorgung das Denken der Gemeinderäte zu sehr auf die Höhenzüge und das dadurch bedingte Gefälle des Wassers fixiert war. Im Jahre 1912 wurde durch das Geologische Landesamt darauf verwiesen, doch mehr den Rheingraben als zukünftige Wasserversorgungseinheit zu betrachten. Bis zu dessen Umsetzung vergingen wiederum sehr viele Jahre. In den dreißiger und vierziger Jahren verhinderte die politische Entwicklung die Verwirklichung grundlegender Versorgungsmaßnahmen. Deshalb trat in der Nachkriegszeit, als die Bevölkerungsentwicklung einen steten Zuzug aufwies, die Notwendigkeit auf, den katastrophalen Wassernotstand zu beseitigen. Auch fiel der Ausfall einiger Quellen z. B. in der Loppengasse so ins Gewicht, dass zur Absicherung der Wasserknappheit neue Wege beschritten werden mussten. Unter der Berücksichtigung der Reinheit des Wassers als Lebensbestandteil entschloss sich die Gemeinde durch den Bau von Brunnenanlagen im Gewann „Im hinteren Stenglich“ die Wasserversorgung im Jahre 1951 und 1957 zu sichern. Mit dem Bau der Pumpstation sowie dem Bau des Hochbehälters im Wald kann man heute behaupten, dass die Wasserversorgung für die Zukunft gesichert ist. Eine weitere Absicherung der Wasserversorgung erfolgte mit dem Bau des Mittelzonenbehälters bei der ehemaligen B3 Richtung Wiesloch.
Auch in Maisbach wurde die erste Wasserversorgung durch Brunnen zuerst gesichert. Mit der dortigen Bevölkerungsentwicklung sah die Gemeinde sich gezwungen, durch Verlegung einer Verbindungsleitung vom Hochbehälter im Wald zum Maisbacher Hochbehälter die Wasserversorgung im Ortsteil zu sichern. Aus heutiger Sicht kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Gemeinde Nußloch mit ihrem Ortsteil Maisbach über eine beispielhafte Wasserversorgung verfügt. Gehen wir daher mit dieser lebenswichtigen Grundlage behutsam auch in der Zukunft um.

