Aktuelles in Nußloch
Hochwasserschutz am Leimbach: Großer Leidensdruck bei den Anwohnenden – Was bringen die Pläne für Nußloch?
Erstelldatum26.06.2026
Wer am Montagabend in der Aegidius-Halle in St. Ilgen dabei war, hat es sofort gespürt: Das Thema Leimbach und Hochwasser ist für viele Menschen in unserer Region kein theoretisches Problem, sondern Existenzangst. Die Halle blieb angesichts der starken Hitze halbleer, doch den Anwesenden aus Sandhausen, Nußloch und Leimen war das Thema ernst genug, die Temperaturen auszuhalten. Der tiefe Leidensdruck der Anwohnenden war in jeder Frage spürbar – die Sorge vor dem nächsten Starkregen sitzt tief.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe stellte an diesem Abend die nächsten Schritte für den Maßnahmenabschnitt M4 vor, der sich vom Hochwasserrückhaltebecken in Nußloch bis zur Kirchheimer Mühle erstreckt.
Vorgezogene Maßnahme: Schutz für die Anwohner, Entlastung für das Gesamtsystem
Die wichtigste Nachricht des Abends war die geplante vorgezogene Retentionsmaßnahme zur Hochwasserrückhaltung. Hierbei werden in den bestehenden Damm gezielt angeordnete Breschen eingebaut, die ab einem festgelegten Wasserstand ein kontrolliertes Überströmen ermöglichen.
Die dahinter liegende, ausgehobene und durch einen neu errichteten Damm eingefasste Retentionsfläche wird dadurch geflutet und kann Hochwasser zwischenspeichern. Auf diese Weise wird der Leimbach bei Hochwasserereignissen entlastet und die Hochwasserspitze reduziert.
Sobald der Wasserstand im Leimbach wieder gesunken ist, kann das in der Retentionsfläche gespeicherte Wasser kontrolliert zurück in den Leimbach geleitet werden.
Diese „Flut-Bremse“ wird unterhalb von Nußloch gebaut. Sie sorgt vor allem dafür, dass die Wassermassen des Leimbachs kontrolliert abgeleitet und zurückgehalten werden, bevor sie in St. Ilgen und Sandhausen Schaden anrichten.
Was es für das Gesamtsystem bedeutet: Auch wenn dadurch die akute Hochwassergefahr direkt in Nußloch nicht sofort sinkt, nimmt es Druck aus dem gesamten Unterlauf des Leimbachs. Das verhindert zumindest einen gefährlichen Rückstau.
Was passiert direkt bei uns?
Reparaturarbeiten: Es wurde aufgezeigt, welche Schäden am Bachbett und den Ufern repariert wurden und welche dringenden Ausbesserungen jetzt kurzfristig anstehen, damit die bestehenden Dämme erst einmal halten.
Damm-Sicherheit durch Schädlingsbekämpfung: Ein Riesenproblem für die Stabilität unserer Dämme sind Bisame und Nutrias. Die Nagetiere unterhöhlen die Böschungen am Leimbach und Landgraben massiv. Hier versprach das Regierungspräsidium ein schärferes und systematisches Vorgehen, um die Dammsicherheit direkt vor unserer Haustür zu gewährleisten.
Fazit: Dranbleiben ist alles
Der Abend hat gezeigt: Der Druck aus der Bevölkerung ist da und er ist berechtigt. Hochwasserschutz funktioniert nur, wenn die Kette von Anfang bis Ende hält.
Wer sich die Karten und die genaue Lage der geplanten Breschen und Rückhalteflächen ansehen möchte, findet alle Unterlagen online beim Regierungspräsidium unter dem Referat 531.
Die gesamte Pressemitteilung finden Sie auch unter diesem Link.
